Sankt Peter-Ording: Zweite Heimat inklusive

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Sankt Peter-Ording: Zweite Heimat inklusive

Hamburger Märzferien. Der Frühling kam ja in diesem Jahr schon im Februar daher, war also leider durch. Im Lostopf also nur noch: leichter Regen, starker Regen, Schauer, Niesel, Sturm & Böen. Ich hätte gern von jedem etwas. Und das hab ich bekommen. Womit ich nicht gerechnet hätte: ich wollte mehr davon. Mehr Gründe, um mein neues Zuhause nicht mehr verlassen zu müssen: Das Hotel Zweite Heimat in Nordfriesland, Sankt Peter-Ording, Ortsteil Ording, direkt hinter’m Deich. Meine Vorfreude war ohnehin überschwänglich, denn es galt nicht nur, endlich mal dieses Refugium zu besuchen, von dem ich schon so viel Gutes gehört hatte. Das hätte ja schon gereicht. Nein, noch viel mehr beglückte mich die Tatsache, dass ich alleine anreiste. Bedeutet in dem Fall: nur mit mir. No kids. Einmal abtauchen. Nicht fremdbestimmt sein, sondern nur von mir gesteuert. Treiben lassen. Hamburg lag hinter mir, Nordfriesland vor mir, mit jedem Dorf, welches ich durchquerte, stieg meine Laune, mein Grinsen wurde breiter, das Land und die Wiesen auch. Auf der Autofahrt von Regenschauern begleitet, brach der Himmel auf, als ich in Sankt Peter- Ording einbog. Kein Wölkchen mehr zu sehen. Angemessen muss ich sagen.

Sankt Peter-Ording. Strand.

Nix. Nix Wichtigeres gab es in diesem Moment für mich. Außer einchecken in der Zweiten Heimat. In meiner “Kleinen Stube”, alles meins. Das große kuschelige Doppelbett, meins. Die Sitzecke gegenüber, meine. Das Bad, meins. Der Fernseher, meiner. Zeitschriften und Magazine, die ich zu lesen vorhatte, mir aber darüber hinaus auch immer ein heimeliges Gefühl vermitteln und einfach schön aussehen, verteilte ich großzügig im Zimmer, die Klamotten sortierte ich in den Schrank als bliebe ich 3 Wochen. Da war ich nun. Und ging natürlich zuerst: zum Meer. In die Dünen, über den breiten Sandstrand zu den für “SPO” typischen Pfahlbauten, die heute im flachen Wasser stehen. Durchatmen. Den Blick über die Nordsee schweifen lassen. Mein Herz tanzt.

Ein zweites Mal hüpft es an diesem Tag, als ich abends im “Esszimmer”, dem Hotel-Restaurant, einen köstlichen Skrei esse und ein Glas Weißwein trinke. Mit mir als Gesellschaft und ich finde es mit mir selbst ziemlich unterhaltsam. Das allein beruhigt mich immer ungemein, denn wie sollte ich mir selbst abhanden kommen, oder? Die Kellnerin kümmert sich rührend um mich (“ich such was Gutes für Sie aus, lassen Sie mich mal machen”), die gefällt mir. In keiner Sekunde komme ich mir deplatziert vor, sondern bin einfach nur am richtigen Ort.

Im “Esszimmer”: Auf mich!

Satt und glücklich falle ich am Abend in die Kissen, lese noch ein paar Seiten und schlafe bei offenem Fenster ein. Das Meer ist nicht zu überhören. Am sehr frühen Morgen schrecke ich kurz hoch und meinte, kleine Trippelschritte eines Kindes zu hören, welches vermutlich gleich hellwach zu mir ins Bett springen wird. Ich bin kurz orientierungslos, doch die Schritte werden wieder leiser und ich schlafe wieder ein. War wohl nur ein Traum…

Tag 2 am Meer

9:30 Uhr. Ich bin wach. Gefällt mir schon besser. Bis 11 Uhr gibt es Frühstück, also alle Zeit der Welt. Ich finde mich wieder im Esszimmer ein, wo es so cosy und schön ist, dass ich mich sofort wieder wie zu Hause fühle. Mit dem Unterschied, dass es zu Hause gar nicht so schön ist wie dort. Aber es fühlt sich so an. Ich setze mich ans Fenster mit Blick auf die Dünen, Kaffee wird serviert, ich lese die Husumer Nachrichten. Ganz schön was los in Nordfriesland. Ich bin ja kein großer Frühstücker, bevor ich richtig wach bin. Daher sitze ich lange einfach nur da, trinke Kaffee und lese. Grandios. Nach 45 Minuten schlendere ich dann doch mal am Buffet vorbei. Rührei, Obst, Joghurt und frisch gepresster Orangensaft landen auf meinem Teller. An diesem Morgen und exakt auch an den kommenden. Ich bleibe dabei.

Frühstück in der “Zweiten Heimat”

Das Wetter schlägt sich wacker an diesem Tag und erlaubt mir noch einen Spaziergang in den Ortskern von Sankt Peter-Ording, rund 3 Kilometer entfernt. Es gibt einen schönen Weg parallel zum Meer, zunächst vorbei an einem kleinen Binnensee, wird man im Anschluss wieder ans Meer gelotst und kommt an der Seebrücke im Ortsteil Bad, dem Zentrum, wieder heraus. Auf der Seebrücke hat sich ein nicht ganz unbekannter Gastronom namens Jürgen G., der auf Sylt schon sehr lange sehr erfolgreich Fisch verkauft, ebenfalls mit einem Restaurant niedergelassen und da es mittlerweile regnet, kehre ich direkt dort ein und esse aus alter Gewohnheit ein Backfischbrötchen und trinke heißen Kakao mit viel Sahne. Da ich alleine bin, habe ich natürlich ein Buch dabei und fast vertrödel ich den Nachmittag dort. Doch ich hab ja noch was vor. Es regnet jetzt richtig von allen Seiten und ich marschiere die 3 Kilometer zurück zum Hotel, was meiner guten Laune keinen Abbruch tut. Denn was gibt es Besseres, als nach so einem Spaziergang in der “Kleinen Flucht” abzutauchen? Im Wellnessbereich der Zweiten Heimat. Alles was man dafür braucht steht schon gepackt in jedem Zimmer und ich muss mich nur noch in den Bademantel kuscheln und die Tasche schnappen.

Kleine Flucht, große Entspannung. Genial.
Happy me.

Im Spa, in welchem auch immer auf dieser Welt, erteile ich mir stets selbst Handyverbot. Es bleibt auf dem Zimmer, nicht greifbar. Punkt. Erlaubt sind ausschließlich Zeitschriften und Tee. Daher gibt es auch bewußt keine Bilder aus dem Untergeschoss, man geht einfach durch die Tür mit der Aufschrift “Kleine Flucht” und alle Probleme lösen sich eine zeitlang in Luft auf. Und wenn nicht, dann hat man es auf jeden Fall schön gehabt!

Kids welcome

Am nächsten Tag dann: die Familie kommt! Und ich freue mich richtig, Ihnen mein neues Zuhause zu zeigen. Ich muss mich zwar schweren Herzens von meiner “Kleinen Stube” verabschieden (ja, wir waren Freunde geworden), doch ich checke nahtlos in die “Große Familien-Stube” ein, die neben einem großen Bad und Wohnzimmer noch ein Extra-Kinderzimmer mit Etagenbett (und eigenem Fernseher!) hat.

Bademantel für die Großen…
…und die Kleinen.

Es kommt mir tatsächlich ein bißchen so vor, als würde ich die Jungs in meinem eigenen Haus empfangen (schön wär’s) und nicht in einem Hotel. Denn ein bißchen wie daheim sieht es auch im Vorraum der Hotellobby aus: Gummistiefel in verschiedenen Größen und Mustern, Bälle, Sandspielzeug. Alles für die Gäste zum Ausleihen, denn wer nur über’s Wochenende kommt, hat vermutlich nicht immer Lust, den Kofferraum noch mit unzähligem Kram zu beladen. Ich nehme die roten Stiefel mit den weißen Punkten. Bisschen hygge muss schon sein.

Die Jungs müssen an die frische Luft.

Und genau so, nämlich hygge, ist das ganze Hotel. Charmant, liebevoll, stilvoll, gemütlich, unaufdringlich, nicht zu viel und nicht zu wenig. Der Name des Hotels verspricht nicht zuviel. Ich kann’s kaum erwarten bald wieder nach “Hause” zu fahren.

Kontakt: Zweite Heimat, Am Deich 41, Sankt Peter-Ording, Tel.: 0486 347 489-0


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