Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf’m Sonnendeck: Angedockt in Oslo

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Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf’m Sonnendeck: Angedockt in Oslo

Kiel, Norwegenkai. Der Abfahrtsort ist schonmal super, denn ich mag Kiel total. Die Stadt fällt immer hinten rüber, denn für viele ist Deutschland hinter Hamburg zu Ende. Stimmt aber nicht, denn es kommt mindestens noch Kiel, unterschätzt, unerkannt, aber liebenswert. Eine Extra-Liebeserklärung an die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt ist dringend überfällig und kommt auf die Liste. Noch in diesem Sommer.

Aber heute lassen wir sie erst einmal hinter uns. Denn da steht schon unser Schiff, die Color Magic der norwegischen Reederei Color Line, die uns nach Oslo und zurück bringen soll. 224 Meter lang, 2.700 Passagiere, so die Fakten.

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Unser Zuhause für 3 Tage: die Color Magic

Um 14 Uhr legen wir ab und winken Kiel hinterher. Vorbei am NDR, dem Landtag, Schilksee und  dem Olympiahafen, dem grün-weißen Leuchtturm am Falkensteiner Strand, wo die Kieler Förde sich dem Ende neigt und die HDW-Werft immer kleiner wird.

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Tschüss Kiel!

„Mama, wann sind wir da?“, Pelle, 3 Jahre alt, kurz nach dem Ablegen. In nur 20 Stunden Pelle. Und zwar exakt. Aber jetzt erkunden wir erstmal das Schiff Jungs! Ich war hochmotiviert. Es  ist meine erste „Kreuzfahrt“ und diese Mini-Version nach Oslo sollte mein Test-Objekt werden, zum Reinschnuppern. Mit an Bord meine beiden Söhne Paul (9) und Pelle (3) sowie Oma & Opa. Wir starteten mit unserer Erkundungstour auf Deck 13, dem Sun Deck, höher geht’s nicht. Neben einer fantastischen Aussicht kann man dort auch Hot Dogs, Eis und Bier genießen und sich den Wind um die Nase wehen lassen, der an diesem Tag heftig blies. Den Jungs eine Spur zu heftig. Also schnell ein Stockwerk tiefer zum Adventure Deck und dort ist der Name Programm: die Spielhalle Adventure Planet, die Kinderdisco Teen’s Plaza, das Aqua Land und die Sports & Burger Bar sind Entertainment pur und man kann da locker die Zeit bis zum Abendessen verbringen. Nach der Komplettbeschallung ging es dann aber erstmal auf die muckelige Kabine zum Relaxen. Schon irgendwie romantisch vom Bett aus durchs Bullauge auf’s Meer schauen zu können, zu lesen (also theoretisch…mit 2 Kindern auf der Kabine natürlich unmöglich. Ich meinte, man HÄTTE dort auch gemütlich mit Meerblick lesen können) und Musik zu hören. Meine Jungs haben den Fensterplatz auch auf Anhieb als ihren Lieblingsplatz auserkoren und dort abgechillt.

Lieblingsplatz von Pelle
Lieblingsplatz von Pelle…

…und Paul
…und Paul

Abends gab es Pizza für alle bei Mama Bella Italia und nach einer ruhigen Nacht mit nur leichtem Seegang, der mich wohlig in den Schlaf schunkelte, näherten wir uns am nächsten Morgen Oslo. Die Fahrt durch den Oslofjord war beeindruckend, endlich gab es mal wieder etwas zu sehen auf’m Sonnendeck! Hier und da kleine Schären mit bunten Holzhäuschen, wahlweise rot, gelb oder blau, die an eine Lego-Landschaft erinnerten. Paul war begeistert von den Siedlungen und wollte ab sofort mit all seinen Freunden dort wohnen. Hei Norwegen!

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Bullerbü auf norwegisch: Der Oslojord

Pünktlich um 10 legten wir in Oslo an. Zu Fuß kann man vom Anleger in 15 Minuten ins Zentrum laufen und kommt zunächst zum Hafenviertel Aker Brygge, wo ich eigentlich auch direkt hätte bleiben können. Eine sehr stylishe Promenade am Wasser mit Restaurants und Cafés, coolen Bürogebäuden und Wohnungen, im Hintergrund das „Radhuset“ und die Sonne schien auch. HafenCity-Feeling. Man kann dort fantastisch mit einem Kaffee in der Sonne am Kai sitzen und die Norweger und das Treiben beobachten. Zufällig auch eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.

Hafenviertel Aker Brygge
Hafenviertel Aker Brügge in Oslo

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Auf ein Käffchen mit Alfred Nobel
Auf ein Käffchen mit Alfred Nobel im Nobel-Friendenszentrum

Da man mit 2 Kindern im Schlepptau nicht wirklich rasend schnell vorankommt, schnappten wir uns einen Sonnenplatz in der offenen Sightseeing-Bimmelbahn, die zum Beispiel am Rathaus abfährt (und damit unserer Schiffsanlegestelle am nächsten liegt), und erkundeten die wichtigsten Spots der Stadt sitzend und touristisch ganz weit vorne. Vorbei am Neuen Opernhaus, dem Parlament, der Universität, dem Nationaltheater und der Konzerthalle…der Überblick über die Stadt war perfekt und der Vorsatz gefasst: Hier muss ich nochmal hin und zwar mit mehr Zeit! Es gibt richtig tolle Museen (und ich meine richtig tolle und keine langweiligen), Designerläden und sehr guten Kaffee. Und skandinavisches Flair obendrauf.

Leider wartete schon wieder das Schiff auf uns und wir mussten Oslo verlassen und nachmittags wieder an Bord sein. Am nächsten Tag liefen wir bei strahlendem Sonnenschein wieder in Kiel ein.

Hallo Kiel!
Hallo Kiel!

Mein Fazit: Ein Riesenfan von Kreuzfahrten werde ich in den nächsten Jahren wohl nicht werden. Klar, es ist schon irgendwie nett, es wird viel geboten, man kann sich beschäftigen, für Entertainment wird überall gesorgt. Aber mir fehlt die Freiheit, mich zu bewegen wie ich will, loszulaufen wie ich will und so weit ich will, Fahrrad zu fahren, selbst entscheiden, wohin ich wann gehe. Das ist meine subjektive Meinung und das muss jeder für sich entscheiden. Daher: Oslo ja, Daumen hoch! Du bist auf meiner Liste. Das nächste Mal mit dem Flieger, ab Hamburg nur 1 Stunde und 25 Minuten.

 

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