Südfrankreich in der Sommerfrische

Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf’m Sonnendeck: Angedockt in Oslo
Mai 19, 2016
Bloggen und backen – Sylt kulinarisch
September 20, 2016

Südfrankreich in der Sommerfrische

Der Flughafen von Biarritz, Aquitaine, Südfrankreich, sieht aus wie der Flughafen von Sylt. Nur ein bißchen größer, aber nicht besonders viel. Wir landen um 21 Uhr und das war’s dann auch für den Tag dort. Außer uns landet niemand mehr. Unser Gepäck wird innerhalb von 10 Minuten ausgespuckt und schon stehen wir draußen und es nieselt tatsächlich. Es ist warm und wie immer wenn ich in Südeuropa aus dem Flieger steige, entspannt sich mein Körper sofort. Selbst wenn es kühl ist, finde ich es warm. Oder vielleicht mild. Ach, diese mediterrane Luft, so schön!, sage ich genau wissend, dass ich gleich drauf hingewiesen werde, dass wir nicht am Mittelmeer sind. Ich weiß, aber wie soll ich die Luft sonst nennen, jeder weiß doch genau was ich damit meine. Taxen warten keine auf die ankommenden Gäste, nach und nach kommt mal eins vorbei und sammelt die Übriggegbliebenen ein. Was soll’s. Urlaub. Ich hab Zeit. „Ich fühle mich gemobbt“, erklärt der 3-Jährige nach dem fünften Taxi, das nicht für uns ist. Mobbing. Ist das tatsächlich schon ein Thema im Kindergarten? Doch dann sind wir dran und kurz danach checken wir im Hotel ein, wo wir eine Nacht verbringen werden.

image1

Am nächsten Morgen ist der Regen vorbei, es gibt Café au Lait, Croissants und Obst zum Frühstück und pünktlich um 12 Uhr kommt Luis angebraust. Mit unserem Camper, der in den nächsten 2 Wochen unser Zuhause sein wird. Luis, Portugiese und jetzt wohnhaft in Bilbao, arbeitet für Indie Campersüber die wir den Camper gebucht haben, und erklärt uns alles, was wir wissen müssen. Und das ist weniger als ich dachte. Wie funktioniert die Toilette, wo füllt man Wasser auf, wo ist der Gaskocher, Besteck, 4 Becher, 4 Teller, 4 Decken, Küchenrolle XXL. Familienedition. Fertig. Schnell wird mir klar, dass die Taschen in den nächsten 2 Wochen nicht ausgepackt werden (kein Platz), es nicht regnen darf (Lagerkoller) und ich mir schnell das Bett unten reservieren muss. Denn oben hat man ungefähr einen halben Meter Platz nach oben und bekanntlich habe ich Platzangst. Aber ich hatte Bock drauf! Darauf, jetzt aus dem Hotel auszuchecken und mit dem Teil loszufahren, zum nächsten Strand und zum nächsten und zum nächsten. Wir verabschieden uns von Luis, den wir mit einem Kindersitz unter’m Arm am Hotel zurücklassen (2 Kindersitze nahmen auf der Rückbank einfach zu viel Platz weg) und der wenig später von einem Kumpel abgeholt wurde, um abends in Biarritz noch ein wenig zu feiern. Ich hoffe für ihn, sein Freund kam nicht mit der Vespa.

Und dann ging es los.

Mein Urlaubstagebuch: Südfrankreich
Mein Urlaubstagebuch: Südfrankreich

Tag 1: Biarritz – Ondres Plage 

Biarritz haben wir schnell hinter uns gelassen, denn das haben wir für den Rückweg eingeplant, da wir von dort auch wieder zurückfliegen. Es ist Sonntag, die großen Supermärkte haben zu. Ein kleiner Spar hat aber geöffnet, wo wir uns zunächst mit dem Nötigsten eindecken: Baguette, Bier, Wasser, Saft, Milch, Nutella und etwas Quotenobst in Form von Aprikosen. Mein tief schlummerndes französisch wird auf der Stelle zum Leben erweckt. Und siehe da, da ist noch was! Grammatik ausbaufähig, aber es reicht für’s Nötigste! Und vor allem macht es Spaß, mal wieder französisch zu parlieren. Da ich die Einzige in der Familie bin, die sich verständigen kann, tue ich so, als hätte ich es voll drauf. Mein Freund lehnt sich ab dem Zeitpunkt in jedem Supermarkt und jedem Restaurant zurück. Mach Du mal. Klingt toll.

Unser 1. Domizil, das wir nachmittags ansteuern, ist in Ondres Plage. Wir haben nichts vorgebucht, sondern wollen spontan dort bleiben, wo es schön aussieht. Ein kleines Risiko, da nicht nur wir, sondern ganz Frankreich ebenfalls Sommerferien hat, aber es ging tatsächlich immer auf. Wir stehen auf einem Stellplatz sehr nah am Strand, es gibt Strom und Toiletten. Duschen kurz vor’m Strand. Draußen. Duschen und Haare waschen wird ohnehin überbewertet. Wenn man quasi draußen lebt, kommt man gar nicht auf die Idee sich jeden zweiten Tag die Haare zu waschen. Die Haare sehen von der Sonne und dem Salzwasser ohnehin immer top aus. Wir stürzen uns erstmal in die Wellen, denn schließlich sind wir am Atlantik!

image1
 

Ondres Plage
Ondres Plage

Am Ondres Plage gibt es ein kleines Angebot an Läden, die man am Strand so braucht: Klamotten, Flip-Flops und Wasserspiele, eine Surfschule, Eis, Waffeln, Crepes und ein Restaurant mit grandiosem Blick auf den Strand, perfekt zum Essen oder zum Cocktail: Das La Plancha Du Pecheur. Das Beste, was wir dort gegessen haben, war frischer Fisch (wir waren auf der Rückreise nochmal dort) und das Dessert Marquise Chocolat schmeckt verboten lecker. Nach dem Essen kriechen wir satt und selig (und nachdem ich mich zum achtzigsten Mal im Camper irgendwo gestoßen habe – aber das wird jeden Tag besser – ) in unsere Kojen. Die 1. Nacht im neuen Heim.

Tag 2: Ondres Plage – Moliets-et-Maa

Und die war richtig gut. Sehr gut geschlafen, keine Mücken. Und das sollte in den nächsten zwei Wochen auch so bleiben. 2 Flaschen Autan Family umsonst mitgeschleppt. Das Klima an der Atlantikküste ist ideal. Es waren immer zwischen 24 und 28 Grad, klare Luft, am Strand ein ganz leichter Wind, aber auch nur so, dass es angenehm war und nachts kühlte es auf 15 Grad ab und man konnte auch im Camper super schlafen. Und auch die Ruhe hat mich angenehm überrascht. Fest davon überzeugt dass es höchstens 7 Uhr sein kann, als ich aufwachte, weil es noch so ruhig draußen war, staunte ich einigermaßen, dass um uns herum die ersten draußen das Frühstück zubereiteten. Total rücksichtsvoll und leise. Es war viertel nach neun und ich die erste, die wach war. Zum Glück, denn da bog auch schon der mobile „Brötchendienst“ um die Ecke, bei dem ich stolz deux Baguettes, Pain du Chocolat und Croissants erstand. Und endlich war der Moment da und ich konnte sie endlich wieder in Gang bringen und wieder zum Leben erwecken: meine Espressokanne, die ich im Studium geschenkt bekam und leider viel zu selten bis gar nicht nutze. Ein Kaffeevollautomat hat das schöne Ding ersetzt. Für mich war das immer einer der schönsten Momente des Tages: erst in der Boulangerie Leckereien besorgen, danach Kaffee zubereiten und diesen dann unter Kiefernbäumen zu trinken. Dazu diese typische milde Luft schon morgens, ein Gemisch aus Wald, Sonne und ganz viel Kindheitserinnerungen.

Mein liebstes Morgenritual
Mein liebstes Morgenritual

Nach dem Frühstück hielt ich immer diverse Sonnencremes bereit, zum Schmieren, zum Sprühen, NUR Gesicht, Anti-Age  (leidiges Thema, aber ohne geht es ja nunmal nicht) und gegenseitiges Eincremen wurde zum zweitbeliebtesten Morgenritual. Zur Belohnung erstmal wieder eine Runde in die Wellen! Ein genialer Tag am Strand, der erste Richtige mit Eis und Coke Zero und sonnen und schwimmen und sonnen. Spätestens danach war ich angekommen in der Sommerfrische in Frankreich. In mir ein einziger Sing Sang aus Chansons und Vorfreude darüber, dass es nun genauso weiter gehen würde, die Sache mit dem Camper keine Schnapsidee war, sondern genial und genau das Stück Freiheit, das ich mir erhofft hatte. A propos Freiheit. Eine Nacht auf dem ersten Platz ist genug, wir wollten weiter, packten nachmittags nach dem Strand den Campingtisch und die 4 Stühle wieder zusammen und zuckelten weiter Richtung Norden. Das Meer immer links von uns. Unterwegs noch ein Stop bei Super U, einer riesigen Supermarktkette und Vorräte auffüllen und ein Funboard für die Wellen kaufen.

Und dann kam Moliets-et-Maa. Der Inbegriff von Sommer, Kindheit, Sorglosigkeit, Ferien, Surfen, Fun. Das Funboard kam genau richtig.

Eis, Crepes, Waffeln und Chi-Chis. In Moliets Plage sind immer Ferien.
Eis, Crepes, Waffeln und Chi-Chis. In Moliets Plage sind immer Ferien.

 

image4
Softeis oder italienisch? Alles da.

Der Stellplatz für Camper und Wohnmobile ist ideal, eher klein und überschaubar, schön grün, viele Bäume, bei Bedarf findet jeder ein schattiges Plätzchen. Dabei ruhig und trotzdem „um die Ecke“ der Vergnügungsmeile. Surfshops, Surfschulen, Bars, Restaurants, Cafés, Eis, ein relativ großer und sehr gut ausgestatteter Sparmarkt, eine klasse Boulangerie mit den besten (!) Pain du Chocolat, die ich auf der Reise gegessen habe und sogar ein Geldautomat. Zum Strand 10 Minuten zu Fuß, 5 Minuten ohne Kinder. Ich meldete sofort an, dass ich hier mindestens zwei Nächte bleiben möchte. Und das taten wir. An diesem Ort waren einfach alle. Familien, Kinder, Teenager jeden Alters, vereint in Mädelscliquen, in Jungscliquen, gemischt im Surfkurs, Aussteiger. Es gibt dort keine veganen Restaurants, keine Smoothie-Bars und belegten Baguettes mit Kresse, nicht ein winziger Chiasamen weit und breit. Braucht da kein Mensch. Da urlaubt man noch so, wie wir es als Kind kannten.

12 Chi-Chis für 4 Euro, bon appetit!
12 Chi-Chis für 4 Euro, bon appetit!

Mit Eis, mit super belegten Sandwiches, Orangina, Cola, Melone und abends Burger, Pizza, Salat oder Tapas. Rotwein, auch gerne gekühlten Roséwein. Zum Essen absolut nicht zu empfehlen ist das letzte Restaurant auf der rechten Seite, bevor es zum Strand runtergeht. Pizza und Salat waren ein Reinfall, weshalb ich mir nicht einmal den Namen des Ladens gemerkt habe. Cool, sympathisch und best Burger in town sowie Wraps gibt es dagegen in der La Catinaeinem kleinen mexikanischen Laden, sehr schlicht, tagsüber Anlaufstelle für Surfer, abends auch für Familien. Teller werden weitestgehend eingespart, denn wenn es geht bekommt man sein Essen in handlichen Papiertüten und mexikanisches Bier aus der Flasche. Der 9-jährige hat dort nach eigenen Angaben den besten Cheeseburger ever gegessen.

Und noch etwas war in Moliets Plage ziemlich gut. Die Badeaufsicht.

Sicherheit ist alles. Sofern man cool dabei aussieht.
Sicherheit ist alles. Hauptsache synchron.

Ich weiß das, denn ich lag dahinter. Nicht nur dass die Monsieurs ziemlich schnittig aussahen, sie waren auch schnell! Sobald es im Wasser brenzlig aussah, sprang einer von Ihnen vom Sitz, riss sich noch in der Luft das Leibchen runter, schnappte sich das Surfbrett und dann rannte er in die Wellen! Überhaupt, die Flut. Dann ging es ab am Strand. Wer gerade noch in der Sonne lag, stand spätestens jetzt am Ufer, beobachtete wie das Volk wie irre in die Wellen rannte und sich jauchzend zurücktreiben ließ. Mit oder ohne Board. Es macht einfach tierisch viel Spaß.

Doch wir mussten weiter. Au revoir Moliets, wir kommen auf dem Rückweg nochmal vorbei.

Tag 4: Moliets-et-Maa – Contis Page

Unser nächstes Ziel war eigentlich Mimizan, weil es dort eine Dropzone zum Fallschirmspringen gibt. Geplant waren 2 Tage, daraus wurde 1 Stunde. Kein Mensch muss in Mimizan anhalten. Der Sprungplatz am A. der Welt, der Ort nicht erwähnenswert, relativ zugebaut und das Schlimmste (und das las ich bereits vorher und es bestätigte sich): Kurz vor’m Ortseingang gibt es eine große Papierfabrik, die einen unglaublichen Gestank produziert, der bei „gutem Wind“ leider bis an den Strand gepustet wird. Schon klar, dass das Holz irgendwo verarbeitet werden muss, aber die Fabrik liegt einfach zu zentral. Daher Fazit Mimizan: Fenster hoch und Gas geben.

Wir fuhren daher weiter bis Contis Plage, wo wir glücklicherweise den letzten Stellplatz auf einem Platz hinter der Dünen ergattert haben. Nach dem obligatorischen Willkommenssprung in die Wellen und dem Welcomebier vor’m Camper (herrlich! diese Zeit zwischen Strand und Abendessen, zum Runterkommen und abkühlen mit einem kleinen Heineken) sind wir dann sofort wieder zurück zum Strand, da wir schon nachmittags dort die hübsche Strandbar entdeckt haben, die Burger, Bier und einen 1A-Sonnenuntergang versprach. Und all das bekamen wir. Dort ist auch mein absolutes Lieblingssfoto des Urlaubs entstanden. Der 3-jährige zufrieden mit all dem, was zu einem perfekten Abend dazugehört: Fritten, Apfelsaft und natürlich Romantik pur…

Mit sich und der Welt im Reinen: Pelle (3).
Mit sich und der Welt im Reinen: Pelle (3) am Contis Plage.

 

„Get outside. Watch the sunrise.

 

Watch the sunset. How does that make you feel?

 

Does it make you feel big or tiny? 

 

Because there’s something good about feeling both“

 

Amy Grant

 

 

Tag 5: Contis Plage – Le Cap Ferret

Erster Regentag. Wer hätte das gedacht. Wir nutzen das schlechte Wetter, packen zusammen und machen endlich mal richtig „Strecke“. Es geht weiter hoch die Küste entlang bis Cap Ferret, unserem nördlichsten Ziel. Nach etwa 5 Stunden sind wir da, inklusive etwas Stau, denn nach Cap Ferret wollen auch andere. Am Ende des Zipfels des Bassin d’Arcachon, umgeben auf der einen Seite vom Atlantik, auf der anderen Seite von der Bucht von Arcachon, liegt er, mein Inbegriff von französischer Lässigkeit, Savoir-vivre, Laissez-faire,  schönen rotweintrinkenden, rauchenden Menschen. Seit ich den Film „Kleine wahre Lügen“ gesehen habe, der dort spielt, will ich diesen Spot besuchen. Ein wenig Filmtourismus muss schon sein. Ich bräuchte nur ein Boot und ein Haus und müsste mit dem Rauchen anfangen. Und schon wäre ich eine von Ihnen. Ich kann diesen Film nur jedem ans Herz legen (Clique aus Paris fährt jedes Jahr im Sommer 4 Wochen nach Cap Ferret in ein Ferienhaus. Einer der Freunde liegt schwer verletzt im Krankenhaus, sie wissen nicht, ob sie ohne ihn fahren können, machen es dann aber trotzdem. Im Urlaub kommen wie erwartet Geheimnisse, Lügen und Verletzungen ans Licht. Das alles mit einer absolut tollen Besetzung, jeder Charakter ist super gespielt und liebenswert.), weil es zum einen einfach eine tolle Geschichte ist und Lust auf Frankreich, Sommer und Wein macht.

Le Cap Ferret - schönster Strand der Reise
Le Cap Ferret – Schönster Strand der Reise

Da Frankreich hinsichtlich Camping und dem Abstellen von Wohnmobilen nicht so locker ist wie beispielsweise Schweden, wo man frei nach Laune an jedem See einfach campen kann, haben wir auch in Cap Ferret einen Campingplatz angesteuert. Unser erster richtiger Campingplatz, denn vorher haben wir immer „nur“ auf offiziellen Stellplätzen gestanden, die aber oft auch sehr schön grün und gemütlich und nicht mit einem normalen Parkplatz vergleichbar sind. Die kosteten immer zwischen 10 und 20 Euro pro Nacht, dafür bekam man Strom und sanitäre Anlagen. Hallo, braucht man noch mehr? Nun aber mal „richtig“ mit Rezeption, Supermarkt, 2 Restaurants, Spielplatz und Volleyballfeld. Bienvenue à Le Truc Vert!

image1

Hier lagen wir bei ca. 40 Euro pro Nacht, dafür gab’s Duschen (wow!) und wie gesagt etwas Entertainment für die Kinder. Im Supermarkt gab es deutsche Donald Duck-Hefte, sodass der 9-jährige diesem Campingplatz eine 1 mit Sternchen gab. Denn „deutsche Donalds“ fanden wir sonst nie auf der Tour. Und das war gut so. Wir waren in Frankreich. Passend zu den deutschen Donalds waren auch überdurchschnittlich viele deutsche Urlauber auf diesem Platz. Überraschend, denn auf den Plätzen zuvor war es immer sehr gemischt mit Franzosen, Niederländern und auch mal Engländern. Hier nun also the german corner. Wir entschieden uns, 3 Nächte zu bleiben und markierten unser Revier.

Wir sind da. Le Truc Vert.
Wir sind da. Le Truc Vert.

Der Platz ist sehr schön, sehr groß, aber dennoch überschaubar, da er in verschiedene Bereiche eingeteilt ist. Man bewegt sich dann irgendwie doch nur in seiner Ecke. Und die Camp-Nachbarn: sympathisch! Kurz zusammengefasst kam na sagen: es herrschte Party-Atmosphäre. Yeah! Sehr viele „Mittzwanziger“ (wie sagt man noch zu denen….?), Jungsgruppen, die leere Bierflaschen vor dem Zelt auftürmten, Surfer, Familien, Paare. Einfach alles. Abends kam Musik von überall, Lachen, der Klang von Gläsern und Flaschen. Und der Strand um die Ecke. Nach drei Tagen dort fing ich schon an, mich heimisch zu fühlen, eine Art Gemütlichkeit zu entwickeln und sagte Sätze wie: Ach schade, guck mal, die Kieler reisen heute ab. Und die Jungs mit der Pyramide aus Bierdosen vor’m Zelt bauen gerade ab. Schade. Höchste Zeit auch für uns, weiter zu ziehen.

Typisch für diese Region: Kiefernwälder satt.
Typisch für diese Region: Kiefernwälder satt.

 

Tag am Meer in Le Cap Ferret
Tag am Meer in Le Cap Ferret

Tag 8: Le Cap Ferret – Pyla sur Mer

Es ging zurück Richtung Süden zur größten Wanderdüne Europas: der Dune du Pilat. Sie liegt unterhalb von Arcachon und ist absolut beeindruckend! Ein Wow-Effekt, wenn man sie zum ersten Mal in Verbindung mit dem Strand und dem Meer sieht. Wie eine Wüste, die sich am Meer erhebt, heiß und feinsandig und es lohnt sich, dort einmal hochzukraxeln und den Blick auf den Atlantik zu genießen. Auch wenn es im Hochsommer durchaus schweißtreibend ist. Durchhalten! Der Spot ist aufgrund der besonderen Winde auch sehr beliebt für Paraglider. Der Himmel voll bunter Schirme. Der ganze Ort ein Gedicht.

Bonjour!
Bonjour!

 

Gibt es einen schöneren Campingplatz?
Gibt es einen schöneren Ort zum Zelten?

Wir blieben zwei Tage auf dem Campingplatz Panorama du Pylaauf dem man (mit etwas Glück) in erster Reihe mit Blick aufs Meer und die Düne seinen Camper abstellen kann. Wir hatten Glück. Dennoch war uns der Platz insgesamt zu groß und zu unübersichtlich. Wer aber Lust auf Freibad/Pool, Tennis und abends Kinderanimation hat, findet hier alles. Ich bin eher ein Freund kleinerer Anlagen und bevorzuge sowieso den Strand. Absolut kein Pooltyp (zumindest wenn ich auch genauso gut zum Strand gehen kann).

Tag 10 – 13: Pyla sur Mer – Moliets Plage – Ondres Plage – Biarritz

Die letzte Tage brechen an und wir machen wieder Zwischenstops in Moliets-et-Maa, was mich besonders gefreut hat (denn dieser Ort ist mir ans Herz gewachsen und es war ein bißchen wie nach Hause kommen) und in Ondres.

Und dann das Grande Finale: Showdown in Biarritz.

Frankreich in der Sommerfrische: Mondän in Biarritz
Frankreich in der Sommerfrische: La Grande Plage in Biarritz

Wir checkten aus dem Camper aus und im Le Windsor ein. Hier in Biarritz mit rund 25.000 Einwohnern, schicken Geschäften, Bars und einer feinen Strandpromenade gaben wir uns jetzt noch eimal das genaue Gegenteil der vergangenen zwei Wochen. Es begann schon damit, dass wir im Hotel alle duschten, ein ganz neues Ritual beim Ankommen. Ich setzte einen drauf und wusch mir die Haare. Und zog das noch einzig saubere Kleid an, dass mir auf dem Campingplatz irgendwie zu aufgesetzt vorkam. Für diesen Ort war es perfekt. Frisch geföhnt schlenderten wir durch den Ort, aßen jeder ein riesiges Bananensplit, tranken Café au Lait und ich fand noch spontan einen absoluten Must-Have-Bikini bei Miss Sea.

image8

Der Ort ist mondän und schick, aber gleichzeitig cool. Es gibt sechs verschiedene Strände, zwei sehr gut besuchte Stadtstrände (s. Foto oben) und die Surf-Reviere im Norden und Süden. So ist auch das Stadtbild vom Beach-Life geprägt. Neben Reich & Schön sind auch Flip-Flops-Träger mindestens genauso präsent, Vespas düsen durch die Straßen, nicht selten hat der Fahrer ein Surfboard unter’m Arm. Und so verbringen wir unseren letzten Abend in Südfrankreich mit diversen Mojitos, einem Platz in 1. Reihe am Meer und einem extrem fotogenen Sonnenuntergang.

Wir lassen den ersten Urlaub im Camper noch einmal Revue passieren. Alle fanden es richtig gut. Und sogar ein Lob hatte die Familie noch für mich übrig: „Mama, Du bist ein unorganisierter, aber begeisterter Camper. Doch es wurde jeden Tag besser.“ Story of my life würde ich sagen. Bonne nuit!

Sundowner in Biarritz
Sundowner in Biarritz

 

2 Kommentare

  1. Anita sagt:

    So wunderschöne Eindrücke, liebe Melli ❤️ Für mich geht es heuer im Sommer zum ersten mal nach Frankreich. Ich freue mich schon total darauf. Dein Beitrag hat mich so richrig in Frankreich-Stimmung gebracht. LG Anita von http://www.gailtalontour.com

    • Melli sagt:

      Oh, das freut mich! 🙂 Danke! Wir fahren in diesem Sommer auch wieder hin, das sagt ja wohl alles 😉
      Bin gespannt wie es Dir gefällt. LG Melli

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.