Solo am Kap…und das kam so…

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Solo am Kap…und das kam so…

KLM-Flug Hamburg-Amsterdam-Cape Town.

Mein Bildschirm sagt mir: noch 4:14 Stunden, 3.945 Kilometer bis Cape Town. Das meiste ist geschafft! Elf Stunden dauert es nonstop ab Amsterdam. Direkt zwei Filme konsumiert und gedacht, super, jetzt hab ich richtig viel Zeit überbrückt. Da waren es immer noch 8 Stunden. Hilft alles nix. Offline bin ich auch. Meine Sitznachbarin aus der Schweiz schläft. Ich muss schreiben. Die Zeit hab ich, denn ich bin nach gefühlten 20 Jahren (mein Gott, bin ich alt) das erste Mal wieder allein unterwegs. Und ich meine damit nicht ohne Kinder, sondern ganz allein.

„Mama fliegt nach Afrika“. Verkündete der 2-jährige schon vor Monaten in der Kita und zeigte klug auf die Weltkarte. Irritierte Blicke der Erzieher. Direkt kam ich mir schuldig vor und lachte verlegen. Ach, nur nach Kapstadt lenkte ich ein. Das klang irgendwie zivilisierter, nicht ganz so wild. Ich lasse doch meine Kinder nicht allein und ziehe in den Busch! Also nur ein bisschen. Denn in diesem Moment finde ich es immer noch irreal, dass ich tatsächlich geflogen bin. Dass es funktioniert zu Hause (hoffentlich!), dass alle mithelfen und dass es auch überhaupt kein großes Thema mehr ist, dass ich 2 Wochen weg bin. Das ist das Beste überhaupt. Die Aktion an sich ist abgenickt. Was sind denn das für rosige Aussichten! So wie es kein Thema ist, wenn der Papa das macht. Das stellt ja auch niemand in Frage. Oder fragen da ständig alle: Bist Du ALLEIN unterwegs?? Nein.

Letztes Silvester hatte ich mir vorgenommen, in diesem Jahr mal etwas Besonderes für mich zu machen, mal wieder eine kleine Challenge. Familienurlaube sind schön und erholsam, aber vorhersehbar. Du weißt, was Dich erwartet. Nämlich auch einkaufen für vier. Ab und zu kochen für vier. Die Mamarolle bleibt ja im Urlaub. Und ich wollte mal wieder Urlaub von allem machen, so wie früher. Einfach los, ohne sich um jemanden zu kümmern.

Cape Town spukte schon sehr lange in meinem Kopf herum. Aber dafür brauche ich mindestens zwei Wochen! Gedanken weggepackt, Gedanken wieder ausgepackt. Wie soll das gehen? Fernreise mit Kindern kam für uns noch nicht in Frage. Also vertagen auf irgendwann, bis es mal passt? Nein. Also mal logisch überlegen. In Frage kamen für mich nur die Schulferien, weil es dann für alle entspannter ist. Die Kinder können zu Oma & Opa (DANKE!), niemand hat Verpflichtungen. Also Anliegen zu Hause vorgetragen. Der Familienrat hat überraschend schnell zugestimmt, fand es sogar cool. Kapstadt, Melli, nicht schlecht die Idee. Mach das! (wie jetzt, wollen die mich loswerden?).

In den letzten Wochen stieg meine Vorfreude täglich. Allein dafür hat es sich schon jetzt gelohnt! Was für eine Motivation. Immer wieder habe ich mich dran erinnert, Melli, im Oktober fliegst Du ja noch nach Kapstadt. Wie krass!! Packst mal deinen Koffer nur für Dich allein. Sitzt mit einem Käffchen und einem Magazin am Airport und guckst Dir die Leute mal in Ruhe an. Noch eine Stunde bis zum Boarding? Egal!

Und jetzt sitze ich hier, Fensterplatz 20 K, und wir überqueren den Golf von Guinea. Noch 3.28 Stunden. Ich weiß nicht, was mich erwartet. Das Hostel Never at home soll cool sein, ein Hotspot für junge Leute wie mich :-). Wie es da aussieht, welche Menschen mich dort erwarten. Ich weiß es nicht. Genau wie ich es wollte.

Sometimes I wish to be…never@home
Sometimes I wish to be…never@home

Nur 2 Minuten von der Sprachschule Cape Studies entfernt. Ich peppe mein Englisch nebenbei ein wenig auf. 4 Stunden am Tag. Ich habe ein Einzelzimmer, soviel Luxus muss sein. Zuviel Überraschungen brauche ich in meinem Alter dann doch nicht mehr.

Noch 3:18 Stunden bis zur Landung in Cape Town. Bestelle mir jetzt ein Bier. Cheers und…

Mein Lieblingsplatz in Camps Bay
Mein Lieblingsplatz in Camps Bay

 

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