Hamburg – Du bist das Ding für mich.

Abschalten plus Adrenalin: Alvor an der Algarve
März 11, 2017

Hamburg – Du bist das Ding für mich.

Ich möchte mal danke sagen. Danke, dass ich in dieser Stadt, in Hamburg, leben darf. Wie sagt man so schön: WAHLHEIMAT. Was für ein langweiliges Wort. Und falsch noch dazu. Heimat. Heimat ist für mich die Stadt, in der ich geboren wurde und das ist und bleibt Wilhelmshaven. Das ist nochmal ein ganz anderes, intensives und oft auch konfuses Gefühl.

Nee, Hamburg ist nicht Heimat, Hamburg ist mein Zuhause. Und zwar so richtig. Nicht nur, dass ich hier ein Dach über dem Kopf habe. Auch tief drinnen. Im Herzen. Habe ich die Stadt eigentlich bewußt gewählt? Habe ich abgewogen, verglichen, Ja-und-Nein-Listen erstellt? Nein. Ich wollte herkommen. Punkt. Ich wollte es einfach, ohne das Leben hier und die Stadt wirklich zu kennen.

Wie gut und richtig das war, wurde mir heute Mittag an der Alster zum wiederholten Male klar. Der Frühling ist in Hamburg angekommen und ich dachte, Du musst heute Abend ganz unbedingt der Stadt sagen, wie geil sie ist und wie gut sie dir tut. Über alle meine Reisen schreibe ich, aber ausgerechnet nicht über die Stadt, in die ich immer wieder so gerne zurückkomme. Das hat sie nicht verdient, oder?

Der Jungfernstieg, an dem ich oft meine Mittagspause verbringe und denke: Geil hier.

Ich denke, von Liebe zu sprechen, ist in dem Fall nicht übertrieben.

Als wir noch in Frankfurt am Main wohnten, verschlug es uns einmal nach Dänemark in den Sommerurlaub. Die Fahrt mit einem 2-jährigen kann dann echt lang werden und wir übernachteten in Hamburg „zwischen“. Vorher natürlich nix geplant und im Auto dann erstmal schön gegoogelt: „Hamburg“, „Hotel“. Da gab’s natürlich kaum Treffer. Haha. Durch Zufall stießen wir dann auf das Landhaus Flottbek in Gross Flottbek. Von dem Stadtteil hatten wir noch nie gehört, aber das Hotel sah so toll aus und wir quartierten uns dort spontan für eine Nacht ein. Genug Zeit, die Umgebung ums’s Hotel herum zu erkunden hatten wir auch und da war’s ja eigentlich schon klar für mich. Die Elbe um die Ecke, die großen alten Bäume und Häuser und Villen waren auch „ganz nett“.

Unsere Hood in Gross-Flottbek. Nein, das ist nicht unser Haus.;-)

1 Jahr später waren wir da.

Im Prinzip ganz ungeplant in dem Moment. Ich hätte sogar noch warten können, doch es ergab sich einfach durch den Job meines Freundes. Die Wohnung, die wir dann anmieten, war 5 Minuten von dem Hotel entfernt, in dem wir 1 Jahr vorher übernachteten. Meinen Job musste ich auch nicht kündigen, denn meine Chefin in Frankfurt bot mir an, dass ich doch genauso vom Hamburger Standort des Unternehmens weiter arbeiten könnte. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Traumstadt, Traumwohnung, Traumjob.

Das sind so diese Momente, in denen man denkt: sollte so sein. Auf den Bauch gehört und die Chance ergriffen.

In diesem Sommer ist das sieben Jahre her. Wir sind in der Zeit einmal umgezogen, aber nur 2 Straßen weiter. Die Hood ist meine Hood geblieben. Das wusste ich vom ersten Moment an. Ein weiteres Kind ist dazugekommen, ein echter Hamburger. Der Einzige in der Familie.

Ich bin stolz und glücklich, hier leben zu dürfen. Und das ganz ehrlich jeden Tag. Morgens wenn ich mit der Straßenbahn ins Büro fahre, haben die Haltestellen so Namen wie Reeperbahn und Landungsbrücken und ich denke, geil, hier bist Du also und wenn Du jetzt aussteigen würdest (wäre da nicht das Büro), wärst Du mittendrin. Auf’m Kiez, am Hafen, mehr Hamburg geht nicht. Menschen kommen extra von weit her, um das zu sehen. Kann ich verstehen. Und ich schätze das und lasse das nicht links liegen, weil ich hier ja sowieso wohne. So wie man leider so viele schöne Dinge und Orte in der eigenen Heimat links liegen lässt. Weil man das naheliegendste immer so uninteressant findet. Das ist in Hamburg anders.

…wie der Name schon sagt 😉

Hometown Glory

Oder der Moment, wenn ich mit dem Auto aus dem Süden nach Hamburg komme und auf der A7 die riesigen Container des Hafens sehe. Dann habe ich direkt einen Kloß im Hals. Ein schöner Moment. Es beruhigt mich, den Hamburger Hafen zu sehen und das Zuhause-Gefühl zu spüren. Und da ist wieder dieser Stolz. Denn hier fahre ich gleich ab, weil ich hier lebe. Gut so. Mir hat mal jemand genau das Gleiche erzählt. Dass er es genau an dieser Stelle auf der Autobahn genauso empfindet und in diesem Moment immer Hometown Glory von Adele hört. Gänsehaut.

Blick vom Elbberg, wo ich gerne mal mit dem Rad hinfahre.

Und ich bin endlich nicht mehr so rastlos. Ich wollte immer weiter, immer in die nächste Stadt und wusste doch immer, kurz nachdem ich angekommen war, „hier bleibst du nicht für immer“. Ist ne Durchgangsstation ins Ungewisse. Jetzt bin ich da. Plötzlich angekommen. Mich zieht es zwar immer noch sehr gerne raus und überallhin. Aber zurückkommen will ich immer nur nach Hamburg.

All das ging mir heute durch den Kopf. Mit Blick auf die Binnenalster, das Rathaus und die Alsterarkaden. Diese Stadt ist echt ne Perle. Das ist kein dummer Spruch, das ist so. Und ich musste das heute unbedingt mal aufschreiben.

Die Binnenalster von Hamburg

„Hamburg, die Trompeten spielen für Dich.“ So laut sie können.

Sundowner im Hamburger Frühling….

Demnächst in We love HH: Gross-Flottbek – Wir Kinder von Bullerbü

6 Kommentare

  1. Thomas sagt:

    Hallo Melli,

    vielen Dank für den Artikel und die schönen Fotos! Das Gefühl auf der Autobahn kenne ich auch, am stärksten habe ich es ganz oben auf der Köhlbrandbrücke am Abend oder nachts, wenn die ganzen Lichter des Hafens ringsherum glitzern…

    Mein Liebligsstadteil ist südlich der Elbe, wecher und warum, kannst du bei Interesse auf meinem Blog nachlesen 😉

    Hamburg hat einfach so viele schöne Ecken und ist so vielseitig. Das ländliche Feeling und die Natur sind nie weit entfernt, wenn man mal keinen Bock mehr auf Hamburg hat. Und wenn man dann „draußen“ ist und einem klar wird, dass das auch Hamburg ist, muss man sich eingestehen, dass man die ganze Zeit Bock auf Hamburg hatte, nur eben auf eine andere Seite dieser wunderschönen Stadt…! 🙂

    Einen schönen Frühling in Hamburg und viele Grüße
    Thomas

    • Melli sagt:

      Hallo Thomas,

      genau so ist es! Und gerade jetzt im Frühling macht es uns Hamburg besonders leicht . Ich stöbere mal bei Dir!

      Hab einen schönen Abend!

      Lieben Gruß von Melli

  2. Kirsten sagt:

    Hey Melli,

    das Kloßgefühl kenne ich nur zu gut. Immer wenn ich die A7 herunter komme und dann die Hafenkrähne sehe, vielleicht gerade das Riesenrad hinter den Containern hervorlugt, der vertraute Michel zu sehen ist und nun auch noch die Elbphie blinkt, dann heißt es: Ein paar Kilometer noch, dann bin auch ich zu Hause.

    Ja, Hamburg hat soooooo viele schöne Ecken und dazu Deine tollen Bilder. Ich bin lange nicht bewußt durch die Stadt gegangen. Dazu hast Du mich jetzt inspiriert. Und meine Red Lady kennt Hamburg noch gar nicht, muß ich ihr ja mal zeigen 😉

    Vielleicht treffen wir uns ja zufällig in HH.

    Lieben Gruß und danke für die schönen Worte

    Kirsten

    • Melli sagt:

      Hallo Kirsten,

      sorry für die späte Antwort! Ich muss das irgendwie nochmal einrichten, dass ich benachrichtigt werde, wenn jemand einen Kommentar hinterlässt. 🙂 Das freut mich sehr, danke für Dein schönes Feedback! Also ich halte auf jeden Fall Ausschau nach der Red Lady, dann nimmst Du mich mal mit! Bis Bald! Lieben Gruß, Melli

  3. Michael Kreuder sagt:

    Moin Melli,

    super das Gefühl wiedergegeben. Auch mir als Wahl-Hamburger geht es immer wieder so. Allerdings frage ich mich mit welcher Straßenbahn Du von Altona in die Stadt fährst?

    Liebe Grüße vom Buten-Wilhelmshavener
    Michael

    • Melli sagt:

      Hallo Michael,

      danke für Deine Nachricht! Na gut, Straßenbahn trifft es nicht ganz 🙂
      Ich meine die S1, also die S-Bahn. Wie übersetze ich das nun richtig?

      Lieben Gruß vom Deichkind,
      Melli

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