Durban – the warmest place to be

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Durban – the warmest place to be

Nun also wieder Südafrika. Dieses mal ging es nach Durban an den Indischen Ozean. Zum zweiten Mal Südafrika innerhalb von vier Monaten. Ich konnte mein Glück immer noch nicht fassen. Das sah Thoko, unser Guide, die uns während der Zeit dort zur Seite stand, genauso: Melanie, this is your second visit in South Africa and you did it within 4 months? Wow, you must be so happy and you are so young, everything can happen to you, everything is possible! Nun ja. Wie gesagt, wir hatten uns gerade erst kennengelernt und dass sie mich als eine Person einschätzte, der ja nun die Welt zu Füßen lag, war nicht der schlechteste Start in dieses Abenteuer. Meine Müdigkeit war wie weggeblasen.

Ein rund 11-stündiger Nachtflug mit South African Airways lag hinter uns. Uns, den 6 Reisereportern, die das Glück hatten, in Zweier-Teams aus Kapstadt, Johannisburg und Durban berichten zu dürfen. Die beste Reportage, bestehend aus Fotos, Videos und kleinen Texten, die wir auf Facebook und Instagram einstellten, sollte mit einer zweitägigen Safari im Krüger Nationalpark belohnt werden. Eine Kampagne von South African Tourism und t-online.de.

Und ich war dabei!

Beachfront Durban
Beachfront Durban

In Johannesburg trennten sich unsere Wege, ein Team blieb da, die anderen beiden flogen weiter. Ich sollte in den kommenden Tagen mit meinem Teampartner Lukas Durban unsicher machen. Den ich vor dieser Reise noch nie gesehen hatte und ich muss gestehen, dass mir ein paar Tage vor Abflug dann doch die Düse ging. Was ist das für ein Typ? Hoffentlich kommen wir irgendwie klar und das Ganze endet nicht in einem Desaster! Was mache ich hier bloß?

Doch als wir uns am Frankfurter Flughafen endlich “gefunden” hatten, war ich ziemlich schnell ziemlich erleichtert. Cooler Typ, dachte ich spontan, urban, Tendenz zum Hipster?, muss ich noch rausfinden, auf jeden Fall sehr sympathisch und sofort Bierchen am Start. Von mir aus konnte es losgehen!

Landeanflug auf Durban!
Landeanflug auf Durban!

Der Empfang in Durban war in jeder Hinsicht warm und herzlich. Feucht-warmes Klima um die 30 Grad und strahlend blauer Himmel erwartete uns, sodass wir uns direkt am Flughafen in kurze Hose und Flip-Flops gestürzt haben. Thoko Jilli, unsere Mama und Guide in einer Person, sammelte uns freudestrahlend ein! Jetzt geht’s zum Bungeejumping!:-) Lukas’ vorsichtige Frage, ob wir vorher noch kurz im Hotel einchecken und duschen könnten (ich war ja aus Hamburg erst 24 Stunden unterwegs….), verneinte sie mit einem Blick auf ihr Timetable freundlich, aber bestimmt. Termine Termine. Ins Hotel geht’s erst später….Mir war alles egal, diese warme Luft, die kurzen Klamotten, ich war so entspannt und happy. Ich wollte auf der Stelle zum Bungeejumping und danach ins Meer. Statt duschen. Vorher gab es aber noch Lunch und kühle Drinks und Thoko hat es sich nicht nehmen lassen, mir auch noch die Wasserflaschen aufzumachen, damit ich mich nicht zu sehr anstrengen muss. Anschließend hat sie mich auf 23 geschätzt und meine tolle Haut gelobt. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Der Sprung im Moses Mabhida Stadion, welches extra für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 gebaut wurde, musste wegen zuviel Wind leider ausfallen, wurde aber auf den nächsten Morgen verschoben. Es war großartig! Und obwohl ich schon zwei Tandemsprünge im Fallschirmspringen hinter mir habe, war es Nervenkitzel pur. So ein freier Fall an einem einzigen Seil ist schon speziell und erfordert auf jeden Fall viel Überwindung. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Guys dir einen kleinen Schubs in die Kniekehle geben. Uups.

Der Indische Ozean - Hot Spot für Surfer und Strandjunkies
Der Indische Ozean – Hot Spot für Surfer und Strandjunkies

Den freien Nachmittag nutzten wir dann sofort für einen Ausflug an den Strand. Durbans Beachfront erinnert ein wenig an Miami mit seiner Art-Deco-Architektur, großen Hotels an der Strandpromenade, Bars, Cafés und Restaurants. Und es war heiß! Ich hatte nur noch einen Wunsch: auf kürzestem Weg ins Meer!

North Beach Durban
North Beach Durban

Es war so herrlich, saßen wir doch gerade noch im Flugzeug, der Indische Ozean badewannenwarm, neben mir die Surfer in den Wellen, lecker. Ich war angekommen. Nachdem wir bei eiskalter Cola in der Sonne getrocknet waren, durften wir dann auch endlich unsere Klamotten und uns ins Hotel Concierge bringen. Das ist ja auch immer ein wenig wie nach Hause kommen. Und was uns erwartete, war einfach nur bezaubernd: ein kleines feines Hotel, super charmante Zimmer, liebevoll und detailverliebt bis ins letze Eckchen, dazu modern und gemütlich, einfach perfekt! Eine kleine Oase. Ein schöner Innenhof mit Bäumen zum Frühstücken und zum Bierchen trinken am Abend. Es war ja durchgehend so warm, alles spielte sich draußen ab. Wenn ich jemals wieder nach Durban kommen sollte, dann würde ich sofort wieder dort einchecken und das ist nicht nur so dahin gesagt. Ich war sofort verliebt in diesen Ort.

My lovely room
My lovely room

Und auch dieses Frühstück. Man mag es gar nicht essen, so hübsch sieht es aus. Und so schmeckt es auch. Das können sogar Nicht-Hotel-Gäste genießen, denn das Café ist öffentlich und am Wochenende waren auch einige Locals dort zum essen: Freedom Café.

My Müsli, so lecker!
„My Müsli, so lecker!

 

Fresh am Morgen!
Fresh am Morgen!

Doch irgendwann musste ich das Hotel ja auch mal verlassen, denn wir hatten jede Menge zu tun in Durban! Morgens wurden wir immer (viel zu früh) von Thoko abgeholt, sie hatte definitiv die Hosen an und hat uns immer wieder sanft daran erinnert, wann sie morgens da sein wird. Brav nickten wir. Sie war wirklich eine gute Seele. Wir mussten uns um absolut nichts kümmern, der Tag war durchgetaktet, der Kofferraum ihres Wagens voll mit gekühlten Getränken, abends hat sie das Restaurant ausgesucht und uns Komplimente gemacht. Wir hätten sie auch nachts um drei anrufen können, wenn wir irgendwo in Durban hilflos ausgesetzt gewesen wären. Überhaupt war ihr das nicht geheuer, uns alleine zu lassen. Und sie hatte ja auch nicht Unrecht. Südafrika ist auch kriminell und gefährlich. Du kannst nicht einfach abends überall entlangschlendern. Wir haben falsche Taxifahrer getroffen, die zehnmal um den Block gefahren sind oder uns einfach im Auto haben sitzen lassen, um sich angeblich irgendwo nach der Adresse zu erkundigen. Doch es gibt auch andere, wie überall. Und wir sind auch auf die „Guten“ getroffen.

Ein Besuch beim gemeinnützigen Projekt Thanda
Ein Besuch beim gemeinnützigen Projekt Thanda

Am meisten beeindruckt von unseren Aktivitäten hat mich der Besuch des gemeinnützigen Projekts Thanda, welches Waisenkindern die Möglichkeit gibt, nach der Schule betreut zu werden, zu lernen und zu spielen. Im Auftrag von South African Tourism haben wir den Kindern Skateboards übergeben dürfen, ein kleiner Beitrag zu einem großartigen Projekt.

Für mich persönlich spannend war auch der Besuch einer Sangoma in Durbans Township Inanda. Ich habe mir noch nie die „Karten legen“ lassen und es hat sich dort einfach so ergeben, da Thoko es für uns organisiert hatte. Ich blicke seitdem einigermaßen gelassen in die Zukunft: bright future, lucky girl, new job, more travelling and oh my God, more babies! 🙂 Wie ich das alles unter einen Hut bekommen soll, hat sie mir nicht verraten, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben. Auch wenn es jetzt lustig klingt, aber die Zeremonie an sich war ernst, konzentriert und ich war richtig angespannt. In dem Moment war ich ganz bei der Sache, irgendwie nervös auch und ich habe ihr jedes Wort geglaubt. Ich bin definitiv um eine Erfahrung reicher.

Was bringt die Zukunft? Besuch bei einer Sagoma
Was bringt die Zukunft? Besuch bei einer Sagoma

Darüber hinaus durften wir noch im Amatikulu Nature Reserve Kanu fahren, mit unserem Ranger Jo den Dschungel erkunden und Zebras bestaunen, mit Einheimischen ein echtes Braai genießen und wir waren dabei, wie Surfbretter gefertigt werden.

Im Einzelnen auf alles im Detail einzugehen würde hier den Rahmen sprengen, denn viel wichtiger und einprägsamer für mich war, wie auch schon bei meinem ersten Besuch in Südafrika, die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen: angefangen bei Thoko, die uns so toll betreut hat, all die Leute vor Ort, die wir besucht haben bis hin zu Begegnungen in Restaurants, Kneipen und Discos. Wir waren immer willkommen. Eine Truppe Mädels schnappte mich im Tiger Tiger, nahm mich mit in ihre Mitte und wollte mit mir feiern, beim Einlass zahlte das Pärchen vor uns den Eintritt für uns, als sie hörten, dass wir aus Deutschland seien. Wir revanchierten uns mit Bier und kannten plötzlich Leute in dem Laden, als würden wir schon immer dazugehören.

Dies sind wirklich Momente, die mir in Erinnerung bleiben, weil man einfach nicht mit Ihnen rechnet. Sich am anderen Ende der Welt fast wie zu Hause zu fühlen und kein Gefühl von Fremdheit zu haben.

Das Siegerteam waren wir am Ende nicht. Aber das war auch zwischenzeitlich gar nicht mehr mein Thema. Es war irgendwie gar nicht mehr das, worauf es in erster Linie ankam. Vermutlich war ich mal wieder vom Weg abgekommen und habe mich ablenken lassen. Bin mir also treu geblieben. Ich habe jede einzelne Minute genossen, alles aufgesogen und mich wirklich glücklich geschätzt. Viel besser als der Sieg. Ich werde wohl wiederkommen nach Südafrika. Danke für diese Erfahrung! Und danke Lukas, der perfekte Reisebegleiter, es hat riesig Spaß gemacht mit Dir!

Die gesamten Posts aller drei Teams findet ihr gesammelt unter diesem Link:

https://bit.ly/SAReisereporter_Pinboard

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