Abschalten plus Adrenalin: Alvor an der Algarve

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Abschalten plus Adrenalin: Alvor an der Algarve

Das ist nun das dritte Mal, dass wir den Jahreswechsel in Alvor an der Algarve verbringen und es war garantiert wieder nicht der letzte Besuch dort. Das heißt…ich muss mich korrigieren, denn in diesem Jahr sind wir erst am 1. Januar nach Faro in Portugal geflogen. Morgens um 6 mit Air Berlin. Was wie ein Albtraum klingt, erwies sich als genial. Warum und noch mehr Gründe, warum ich Wiederholungstäter werde:

Morgens um 6 in Hamburg. Frohes Neues!

1. Die Flüge waren an Neujahr deutlich günstiger als vor Silvester.
2. Der Flieger war halb leer und als 4-köpfige Familie konnten wir uns nach dem Start jeder eine komplette Reihe aussuchen und uns lang machen.
3. Den fehlenden Schlaf der Silvesternacht (reinfeiern will man ja nun auch, obwohl man um 4 Uhr wieder aufstehen muss) konnten wir so auf dem dreistündigen Flug von Hamburg nach Faro wieder ausgleichen. Es war ungelogen der entspannteste Flug aller Zeiten.
4. Spätestens mit der Landung in Portugal, wenn man das Flughafengebäude verlässt, die milde Luft spürt und das Licht, das Licht, das man im Dezember in Deutschland so vermisst hat, weiß man, das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Und der Weihnachtstrubel war gestern. Auf ein Neues!

Mit dem Sonnenaufgang aufwachen…unglaublich schön.

30 Minuten Autofahrt sind es nach Alvor, unserem Urlaubsort. Circa 60 Kilometer westlich von Faro liegt der kleine Fischerort direkt an der Küste an einem wunderschönen Strand. Mit Sand, Dünen und Wellen, die nur der Atlantik schafft.

Praia de Alvor

Die Felsen im Meer sind typisch für diesen Küstenabschnitt und wunderschön!

Und selbstverständlich ist es dann auch immer das Erste, was wir machen, wenn wir im Hotel angekommen sind: Runter zum Strand, der direkt an den Hotelgarten angrenzt, einmal tief durchatmen und denken, mann, ganz schön hell die Sonne, schon wieder die Sonnenbrille vergessen. Die Kinder fangen wie ferngesteuert direkt an, ein Loch in den Sand zu buddeln, als wäre das nunmal ihr verdammter Auftrag und ich lege mich für’s Erste auf meine Jacke und mache die Augen zu. Es sind im Schnitt 18 Grad zu dieser Jahreszeit und am Tag, wenn die Sonne scheint, fühle ich mich wie im deutschen Frühling. Das ist völlig ok so. Wenn man es dann mal schafft, sich vom Strand und diesem tollen Licht loszureißen, spaziert man einfach durch ein Dünenschutzgebiet in den Ortskern von Alvor, wo man am Hafen auf Fischerboote trifft, die gemütlich im Wasser schaukeln, einen Galao (portugiesischen Kaffee) trinkt und die Sonne in die Nase hält. Eine autofreie Straße führt von dort aufwärts in den Ort hinein, gesäumt von Restaurants und kleinen Geschäften. Abends hat man hier genug Auswahl zum Essen zu super Preisen und es gibt von frischem Fisch, portugiesischem Essen, indisch und italienisch wirklich alles. In 30 Minuten hat man alles gesehen. Alles ist so unaufgeregt und entspannt dort. Niemand spricht deutsch, alte Männer sitzen vor den Häusern und spielen Karten, Hunde und Katzen genießen die Sonne, auf der Treppe oder auf der Fensterbank.

Kräutergarten am Strand 🙂

Kurz muss ich mich kneifen und denke, hey, ist heute wirklich der 1. Januar? Nur 3 Stunden geflogen und ich bin gefühlt in einer anderen Zeit. Nicht nur dass es wärmer ist als in Deutschland, es ist einfach ein Fleckchen zum innehalten. Für mich ideal nach dem Monat Dezember, der ja praktisch mit dem Öffnen des ersten Türchens jeden Tag ein Feuerwerk an Überraschungen ist! 🙂 Spätestens an Weihnachten, wenn das „grande finale“ vorbei ist, bin ich im Prinzip am Limit.

Wer nach 2 Tagen genug hat vom „Runterkommen“, der sollte sich einen Wagen mieten und die Gegend drumherum erkunden, denn sonst gibt es in Alvor nicht viel zu tun. Was mir eigentlich immer ganz Recht ist, zu tun hatte ich ja vor dem Urlaub schon genug. Es gibt zwar eine Surf- und eine Kiteschule, doch dafür ist es im Januar noch zu früh. Mein erstes Ausflugsziel ist immer Lagos, nur 30 Minuten Autofahrt. Lagos ist deutlich größer als Alvor und ein ganz hübsches und verwinkeltes Städtchen. Dort bummelt es sich super durch die Fußgängerzone der Altstadt mit vielen kleinen Gassen und Plätzen. Und man findet immer wieder beeindruckende Häuser mit bunten Fliesen und abwechslungsreiche Architektur.

Typisch for Portugal: bunte Fliesen.

Wer sich für Geschichte interessiert, sollte die beeindruckende alte Hafenfestung für ein kleines Eintrittsgeld besichtigen und gegenüber das noch sehr gut erhaltene Stadttor bewundern. Lagos bietet auf jeden Fall genug Anlaufstellen, um dort gemütlich einen Nachmittag zu verbringen. Im Sommer gibt es dort am Strand einige Surfschulen und Surfcamps, denn die gesamte Küste ist ein Treffpunkt für Wellenreiter. Außerdem hat Lagos etwas außerhalb der Stadt einen richtig schönen Zoo. Zwar nicht sonderlich groß, aber sehr liebevoll und sehr süß gestaltet.

Die Hafenpromenade von Lagos

Kunst auf der Hafenfestung.

Ein Schiff wird kommen…

Adrenalinkick gefällig?

Doch nach so einem Ausflug in die „große“ Stadt finde ich es immer wieder schön, am Abend das beschauliche Alvor anzusteuern. Eine Sache gibt es dort allerdings doch noch, die Adrenalin pur verspricht! Und das sind die Fallschirmspringer von Skydive Algarve. Der Grund, warum wir diesen Ort vor Jahren überhaupt erst entdeckt haben. Mein Freund ist diesem Sport vor einigen Jahren verfallen und seitdem ist Alvor sozusagen seine Winterbase, wenn es im Sommer in Deutschland zu kalt zum Springen ist. Kurz vor dem Ortseingang auf der rechten Seite ist der kleine Flugplatz, den man schon von der Straße aus sieht und dort solltet ihr vorbeifahren und einen Tandemsprung buchen, wenn ihr Euch traut. Ich habe es auch schon gewagt und der Blick auf die Küste aus 4.000 Meter Höhe ist gigantisch und lohnt sich so! Die Sprungplatzbetreiber sind sehr nett und vertrauenswürdig ;-), die Atmosphäre super und man kann dort locker einen Nachmittag verbringen, springen, Galao trinken, Eis schlecken und relaxen.

Der perfekte Tag in Alvor:

Zusammenfassend sieht mein idealer Tag in Alvor daher so aus: Nach dem Frühstück an den Strand und mit den Wellen spielen, die Höhlen erforschen, danach einen Spaziergang durch die Dünen Richtung Hafen, den Skydivern einen Besuch abstatten, Galao trinken, wieder zum Strand, eine Runde im Hotelpool oder im Hallenbad ziehen, abends Essen gehen und dann einen Absacker im Sports Cafe Alvor zum Fußball gucken mit den Jungs oder direkt in die Bolan Bar, klein und gemütlich mit ganz viel Reggae und Jazz.

…unser Hausstrand.

…und der Hotel-Pool!

Noch 10 Monate bis Weihnachten. Und wir kommen wieder!

Visit Portugal

2 Kommentare

  1. Anja sagt:

    Ooooh, das klingt richtig toll! Ich liebe das Gefühl, wenn man aus dem Flugzeug steigt und einem warme Luft um die Nase weht. Ich war letztes Jahr über Weihnachten in Portugal – Es geht doch nix über etwas Sonnenschein im Winter 🙂
    Ich fürchte Alvor steht jetzt auch auf meiner Liste 😀
    Liebe Grüße!

    • Melli sagt:

      Hi Anja, freut mich, dass ich Dich inspirieren konnte 🙂 Ich würde gerne mal die Ecke um Peniche kennenlernen. Warst Du da mal? Und natürlich Lissabon. Sünde, dass ich es noch nicht dorthin geschafft habe.
      LG! Melli

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